
Wie ist eine sanfte Wirbelkorrektur möglich? Ein fehlstehender Wirbel bewegt sich keinen Deut, wenn ich seitlich auf ihn drücke. Das verhindern jene Muskeln, die unsere Wirbelsäule im Idealfall im Lot halten. Sie packen blitzartig zu, wenn sie merken, dass ein Wirbel seine Lage verändern will. Die Muskeln tun das auch dann, wenn der Wirbel aus der falschen Position heraus will.
Führen Sie als Patient aber einfache Bewegungen aus, dann sind die Muskeln durch diese Bewegungen beschäftigt. Derart abgelenkt reagieren sie nicht, während ich mit sanftem Druck einen Wirbel an seinen angestammten Platz zurückbringe. Die Bewegung unterstützt das Zurückgleiten sogar. Auch Bandscheiben können meistens wieder zurückgleiten und sich regenerieren.
Die Methode Dorn und die dynamische Wirbelsäulentherapie nach Popp, welche ich u. a. anwende, arbeiten im Gegensatz zur Chiropraktik mit den Muskeln.
Fehlstellungen entstehen ganz langsam durch jahrelange einseitige Bewegungsabläufe. Dies kann durch den Beruf bedingt sein oder durch schlechte Angewohnheiten, wie regelmäßiges Lümmeln auf dem Sofa. Psychischer Stress lässt die Muskeln verspannen, so dass sie an den Wirbeln „zerren“. Ein weiterer Grund sind Unfälle, Stürze und Ähnliches.
Die Fehlstatik der Wirbelsäule hat meist ihren Ursprung an einem ihrer Enden. Steht das Becken schief, dann reagiert die ganze Wirbelsäule – im Bemühen, den Kopf zu zentrieren – mit schlangenförmigen Ausweichbewegungen.
Umgekehrt verhält es sich genauso. Sitzt der oberste Wirbel (Atlas) nicht im Zentrum, dann setzt sich dieser Fehlstand bis zum fünften Lendenwirbel fort. Es entsteht ein indirekter Beckenschiefstand.
Die Folge sind Haltungsschäden, Rückenschmerzen, Hexenschuss ...
